Index

Anlässlich des Welttags der Nutztiere, der am 2. Oktober begangen wurde, möchten wir auf den engen Zusammenhang zwischen Tierwohl und Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung aufmerksam machen. Gute Haltungsbedingungen und ein angemessenes Herdenmanagement fördern die Gesundheit der Tiere, helfen dabei, bestimmten Erkrankungen vorzubeugen, und können den Bedarf an antimikrobiellen Behandlungen verringern. Damit leisten sie auch einen Beitrag zur Eindämmung der Entstehung von Resistenzen.

Tierwohl beginnt mit Prävention

Das Wohlbefinden von Nutztieren umfasst weit mehr als eine angemessene Fütterung und Unterbringung. Dazu gehören unter anderem Komfort, Hygiene, Ernährung, Bewegungsfreiheit, Stressvermeidung und tierärztliche Betreuung.

In landwirtschaftlichen Betrieben tragen geeignete Haltungs- und Managementbedingungen dazu bei, die Tiere gesund zu halten und das Auftreten bestimmter Erkrankungen zu reduzieren.

Bei Milchvieh beispielsweise sind eine sorgfältige Melkhygiene, die regelmäßige Instandhaltung der Stallanlagen und die Überwachung der Tiergesundheit wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionen wie Mastitis (Euterentzündung), einer der häufigsten Ursachen für den Einsatz von Antibiotika in der Milchviehhaltung.

Vorbeugen statt behandeln: eine grundlegende Strategie

Antibiotika sind unverzichtbare Arzneimittel in der Veterinärmedizin. Ihr Einsatz ist gerechtfertigt und notwendig, wenn eine bakterielle Infektion eine entsprechende Behandlung erfordert.

Allerdings kann die Vorbeugung von Erkrankungen den Bedarf an diesen Medikamenten verringern und damit dazu beitragen, ihre Wirksamkeit langfristig zu erhalten.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zur Förderung der Tiergesundheit gehören:

– Angemessene Hygiene- und Belüftungsbedingungen in den Stallanlagen sicherstellen.

– Eine ausgewogene Fütterung und einen ausreichenden Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser gewährleisten.

– Stresssituationen reduzieren und den Komfort der Tiere verbessern.

– Programme zur Krankheitsprävention und tierärztlichen Gesundheitsüberwachung umsetzen.

– Gesundheitsprobleme frühzeitig erkennen, um rechtzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.

Diese Maßnahmen können das Erkrankungsrisiko nicht vollständig beseitigen, tragen jedoch zur Verbesserung der Tiergesundheit und zu einem verantwortungsvolleren Einsatz von Antibiotika bei.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Tierwohl und antimikrobiellen Resistenzen?

Der Einsatz von Antibiotika kann die Selektion resistenter Bakterien begünstigen, die gegenüber zuvor wirksamen Behandlungen unempfindlich geworden sind.

Deshalb sind die Vermeidung vermeidbarer Infektionen und der gezielte Einsatz von Antibiotika ausschließlich bei entsprechender Indikation zwei sich ergänzende Strategien zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen.

Eine Verbesserung des Tierwohls kann dazu beitragen, die Häufigkeit bestimmter Erkrankungen und damit auch den Bedarf an Antibiotikabehandlungen zu reduzieren.

Dabei geht es nicht darum, auf notwendige Medikamente zu verzichten, sondern diese sachgerecht einzusetzen – auf der Grundlage wirksamer Präventionsmaßnahmen, tierärztlicher Betreuung und geeigneter diagnostischer Verfahren.

BOVIRAM: Forschung für eine gesündere und nachhaltigere Tierhaltung

Die Vorbeugung von Erkrankungen und der Nachweis antimikrobieller Resistenzen sind zwei sich ergänzende Bestandteile eines verantwortungsvollen Tiergesundheitsmanagements.

In diesem Zusammenhang leitet Genosalut Balears das Projekt BOVIRAM, das in Zusammenarbeit mit OCCS Menorca durchgeführt wird. Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Implementierung einer schnellen und präzisen molekulardiagnostischen Methode zum Nachweis antimikrobieller Resistenzen in Milchproben von Rindern auf den Balearischen Inseln.

Diese diagnostischen Verfahren können wertvolle Informationen liefern, um veterinärmedizinische Entscheidungen zu verbessern, einen gezielteren Einsatz von Antibiotika zu ermöglichen und zu einer nachhaltigeren Milchviehhaltung beizutragen.

Anlässlich des Welttags der Nutztiere möchten wir daran erinnern, dass Investitionen in Tierwohl, Prävention und Forschung zugleich Investitionen in die menschliche Gesundheit und den Schutz unserer Umwelt sind.

📍 Projekt BOVIRAM, durchgeführt in Zusammenarbeit mit OCCS Menorca und von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE/FEDER) kofinanziert.

#IBFonsEu #ibFEDERue #illessostenibles

Tierwohl: Krankheiten vorbeugen und den Einsatz von Antibiotika reduzieren
Themenbezogene Beiträge
Infografik über One Health und antimikrobielle Resistenzen mit zentralen Konzepten, Ursachen der AMR und einer Übersicht über das BOVIRAM-Projekt auf den Balearischen Inseln.
Unternehmen
Genosalut_Palma

One Health: Projekt BOVIRAM und der Nachweis antimikrobieller Resistenzen bei Kühen

Das Projekt BOVIRAM, geleitet von Genosalut Balears in Zusammenarbeit mit OCCS Menorca, entwickelt neue molekulare Diagnosetools zur Erkennung antimikrobieller Resistenzen bei Milchkühen. Diese One-Health-Initiative ist entscheidend, um den verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika zu fördern, die Tiergesundheit zu verbessern und die Lebensmittelsicherheit auf den Balearen zu stärken.

Weiter lesen »
Infografik über häufige neurologische Erkrankungen bei Erwachsenen und Kindern.
Unternehmen
Genosalut_Palma

Genosalut und OMS42: eine strategische Zusammenarbeit zwischen Genetik und Neurologie

Genosalut und OMS42 haben ihre Kräfte gebündelt, um Menschen mit neurologischen Erkrankungen eine umfassendere und individuellere Betreuung zu bieten. Dank dieser Zusammenarbeit verbindet sich die klinische Expertise von OMS42 mit der genetischen Diagnose und Beratung von Genosalut, wodurch sich der Ursprung jedes Falles besser verstehen lässt und Behandlungsmöglichkeiten gefunden werden können, die noch genauer auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten und seiner Familie abgestimmt sind.

Weiter lesen »

OLITECH, molekulare Techniken im Olivenanbau

Was ist OLITECH? OLITECH ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das die Fortsetzung einer Zusammenarbeit zwischen INAGEA (Institut für Agrarumweltforschung und Wasserwirtschaft) und Genosalut (Biotechnologieunternehmen auf den Balearen) bedeutet. Molekulare Techniken

Weiter lesen »

Teilen:

Facebook
Twitter
LinkedIn

Sie können uns in unseren Netzwerken folgen: